Seit 2017 gibt es die Starboard Sallys, aber die Gründungsgeschichte beginnt eigentlich lange davor,  zu einer Zeit als es noch kein YouTube gab, in der schönen Stadt Kiel:

Dort bekam die Landratte Daniela Messer in original Filmaufnahmen aus den Neunzehn-Zwanzigern zu sehen, wie gewaltige Kräfte des Windes und des Meeres auf eine Viermastbark auf der Reise um Cape Hoorn einwirken. Die „Peking“ und ihre Besatzung war damals von einem Matrosen und Amateurfilmer gefilmt worden; sie war die Dritte von „Acht Schwestern“ der P-Liner der Laeisz Reederei aus Hamburg. Die Bilder vom Leben und Sterben der Seeleute an Bord, deren tägliche Aufgaben und Gefahren waren so beeindruckend, dass dieses Thema irgendwie auf die Bühne gebracht werden musste. Aber wie? Es vergingen einige Jahre…

Da fiel Daniela plötzlich das Lied „Around The Wild Cape Horn“ des englischen Singer-Songwriters Ralph McTell in die Hände und dieser musste wohl ebenso beeindruckt von dem Filmmaterial gewesen sein, denn er hatte darüber dieses Lied geschrieben.

Da half alles nichts: wenigstens das Lied musste unter die Leute. Nur leider hatte sich gerade die gemeinsame Band von Daniela mit der irischen Sängerin Jane O’Brien  PITCHFOLK aufgelöst. Sie hatten aber noch einen bevorstehenden Auftritt und waren auf der Suche nach einem Gitarristen. Schnell erinnerten sich die beiden an ihren alten Freund Michael Lempelius, der nach seinem Ausstieg bei der bekannten Hamburger Gruppe LIEDERJAN wieder zur Verfügung stand.

Auch Michael verspürte schon seit einiger Zeit Lust auf Musik mit maritimer Note. Auch er kannte den besagten Film und die Pläne, die Peking wieder in die alte Heimat zu führen, und war von der Geschichte begeistert.

Hinzu kommt natürlich die Begeisterung aller für irische Folk-Musik. Die drei wurden sich schnell über ein irisch-maritimes Programm einig. Es fehlte nur noch eine Verstärkung für die flotten irischen Tanzmelodien. Schnell wurde man in der lebendigen Hamburger „irischen“ Szene“ auf Clara Doose-Grünefeld aufmerksam, die – noch jung an Jahren – sich schon einen guten Ruf als Spielerin der irischen Holzquerflöte und Concertina erworben hatte.

Nach wenigen Auftritten stand fest, dass dieses Konzept und diese Besetzung ein Glücksgriff war – vor allem, weil sich herausstellte, dass die drei Frauen in der Band mit ihrem mehrstimmigen Harmonie-Gesang bei Publikum und Presse zu überzeugen vermochten!

Nach vielversprechenden Konzerten der Starboard Sallys erhielt Clara schon bald die Zusage, in Dublin Flöte zu studieren. Nachdem für einige Zeit die Flötistin Gabi Bode aus Hannover mitspielte, fand sich Ende 2018 die auch in Hamburg beheimatete Ulli Buth als neues Bandmitglied an der Fiddle und am Gesang, die mit eigenen Songs und Tunes das Repertoire der Starboard Sallys bereichert.

Somit spielen die Starboard Sallys, wann immer Clara es übers Meer nach Hause schafft, in 5-köpfiger Besetzung – oder eben zu viert, was nicht minder Spaß macht – den Sallys wie dem Publikum!

Die aus Irland stammende Sängerin und Songwriterin Jane O’Brien lernte zur gleichen Zeit sprechen und singen! Als sie aufwuchs, wurde sie von Folkbands wie Planxty und Horslips und Sänger*innen wie Liam Clancy und Mary Black inspiriert. In ihrer Heimatstadt Dublin sang sie in Folkbands, war Solosängerin in einem Rockmusical und Mitglied eines preisgekrönten Chores. Während sie auf Tour mit der Folkband war, sang sie solo für den irischen Botschafter der UN in New York. Bevor sie Dublin verließ, studierte sie Jazzimprovisation an der Newpark Academy of Music. 1988 zog sie nach Barcelona, wo sie Gründungsmitglied der Stupendams war, einer Frauen-Acapella-Band, die durch die Clubs im Norden Spaniens tourte.
Seit sie 1990 nach Hamburg zog, singt sie regelmäßig Jazz, Folk und Pop auf den Bühnen Hamburgs und Norddeutschlands. Im Dennis Swing Club ist sie regelmäßig als Jazzsängerin aufgetreten. Für verschiedene Projekte fing Jane an, Songs zu schreiben, wie z.B. für das Funk/Soul Duo Distant Touch. Ihr Song “Whales Kiss” wurde für die Anti-Walfang-Kampagne von Greenpeace geschrieben und aufgeführt. Für das Trip-Hop Duo S.T.A.R. arbeitete sie mit an den Songs für ihr Album Simply Travelling Around Reality (PIAS Germany/Rough Trade), das 1996 erschien.
Von 1995 – 2001 sang Jane und spielte Bodhrán in der bekannten Celtic Folk Band Boreen mit Heike Prange (Fiddle und Viola), Reinhard Zuch (Gitarre und Bouzouki), Gregor Griegoleit (Flöte, Knopfakkordeon und Tin Whistle) und Ulrich Klüber (Uilleann Pipes und Tin Whistle). Ihr Album Enchanted Ways erschien 1997.
Jane tritt seit dem Jahr 2000 mit ihren eigenen Songs mit der Jane O’Brien Band in verschiedenen Formationen auf und hat zwei CDs herausgebracht, Strawberry Soufflé (2000) und Jane O’Brien (2006). Ihre Songs sind eine Mischung aus Jazz und Pop mit einer großzügigen Prise Folk. Sie hat auf Bühnen in Deutschland, Spanien und Irland gestanden und auf Festivals, in Clubs und Kulturzentren gespielt. Jane initiierte und organisierte darüberhinaus das jährliche St. Patrick’s Festival mit irischem Tanz und Comedy und verschiedenen Folkbands (inkl. Boreen) im Hamburger Museum für Ethnologie und im Motte Kulturzentrum in Hamburg.
Als Gründungsmitglied der Starboard Sallys vereint Jane O’Brien die seelenvolle Sehnsucht einer traditionellen irischen Sängerin mit einem Hauch Jazz in den Sea Shanties und Folkballaden des maritimen Repertoires der Band. Zurzeit hört man sie zusätzlich zur Jane O’Brien Band auch Swing und Gospel mit The Savoy Big Band singen.

Sängerin und Multiinstrumentalistin Ulli Buth wuchs in einer Kleinstadt auf und teilte ihre Freizeit zwischen Musikschule und Pfadfindergruppe auf. Sie nahm klassischen Klavier- und Geigenunterricht, sie spielte in Orchestern und Jazzbands, und bei den Pfadfindern ging es mit dem Musikmachen mit einer Gitarre, Mandoline oder Ukulele in der Hand am Lagerfeuer weiter. Sie war umgeben von klassischer und Folkmusik aus der ganzen Welt, Jazz und – als ein Kind der 80er – von ziemlich seltsamer Popmusik.

Als sie zunächst nach Hannover und dann nach Hamburg zog, spielte und sang sie in diversen Formationen und Chören. Als Fiddlerin war sie von 1998-2003 Mitglied der Irish-Folk-Rock-Band Town Fools, mit denen sie zwei CDs aufnahm; 2004 stieg sie mit Fiddle und Gesang bei Eamon’s Daughter ein, mit denen sie ebenfalls eine CD aufnahm und über 10 Jahre lang die Bühnen Deutschlands bespielte. Musikalisch streckte sie ihre Fühler außerdem über den großen Teich und entdeckte in den USA nicht nur den Bluegrass, sondern noch viele weitere Fiddle-Stile – sie verbrachte 9 Monate auf Konzerten und Festivals quer über den nordamerikanischen Kontinent verteilt, fand eine seelische Heimat in Nashville und wurde 2010 die erste europäische zertifizierte Geigenlehrerin der O’Connor Method, die sie seitdem in ihrer Fiddle School in Hamburg unterrichtet.

Mit ihrer Bluegrass-Band The High Road, in der sie Fiddle spielte und Leadsängerin war, konnte sie von 2011-2015 das Publikum begeistern. Auch als Solokünstlerin ist Ulli Buth aktiv und hat bereits zwei Veröffentlichungen mit eigenen Songs und Tunes vorzuweisen – die EP „Move On“ stellte sie 2009 vor, 2013 erschien ihr erstes Album in voller Länge „Coming Home“. Sie ist gern gesehener Gast bei Sessions und bei CD-Aufnahmen anderer Künstler.

Mit ihrer eigenen Musik ist sie oft im Duo mit dem Musiker Claus Ulrich zu sehen und hören; sie fiddelt außerdem bei der Waterkant Ceilí Band sowie im 2019 neu aufgestellten Folkpop-Projekt Hazel Mood. Seit 2019 fiddelt und singt sie bei den Starboard Sallys und steuert neben den amerikanischen Sounds hier und da auch Eigenkompositionen bei.

Clara Doose-Grünefeld entdeckte ihre Liebe für die Musik schon früh. Bereits als Kind sang sie in verschiedenen Chören, nahm Gesangs- und Instrumentalunterricht und hörte die ersten irischen Songs und Tunes auf einer CD, die ihre Schwester zu Weihnachten bekam. Von da an verbrachten die Schwestern einen guten Teil ihrer Freizeit damit, irische Lieder zu trällern und zweistimmig zu arrangieren.

Während ihrer Schulzeit und einem anschließenden Auslandsjahr in Frankreich lernte Clara eine Vielzahl verschiedener Genres kennen – von Musical über Klassik bis Barock. Als Mitglied des Renaissance-Ensembles Sorbonne Scholars führten sie Konzertreisen nach Südfrankreich und Italien. Clara verlor jedoch nie ihre wahre Lieblingsmusik aus dem Blick: traditionelle Musik aus Irland, Schottland und England. Während einer Feldforschung im Ethnologie-Studium in Dingle (Südwest-Irland) wurde der Traum geboren, irische Querflöte zu lernen. Mehrere Jahre lang besuchte sie in Hamburg Sessions und Workshops und spielte in der Waterkant Céilí Band. Schon kurz nach der Gründung der Starboard Sallys 2017 bot sich ihr die Gelegenheit, in Dublin Irish Traditional Music Performance and Instrument Making zu studieren. So packte das frisch gebackene Mitglied der Starboard Sallys ihre Koffer und zog nach Irland, wo sie einen Abschluss in Performance auf Irish Flute und Concertina sowie im Fach Flötenbau machte. Seither ist sie bei Konzerten der Sallys dabei, wann immer sich die Reise übers Meer einrichten lässt.

Derzeit arbeitet Clara an unterschiedlichen Projekten, unter anderem im Duo Sesken mit der Hamburger Gitarristin Hilke Billerbeck, das sich auf die musikalischen Gemeinsamkeiten von norddeutscher und irischer Musik konzentriert. Im Studium gründete sich darüber hinaus die fünfköpfige Band Port, mit der Clara zur Zeit an einem Album arbeitet. Daneben spielt sie auch Gigs und Sessions in verschiedenen Dubliner Pubs.

Daniela Messer ist seit 20 Jahren in der traditionellen irischen Folkmusik zu Hause und durfte sich nun bei den Sallys endlich den Wunsch nach einem Kontrabass erfüllen. Zusammen mit dem Backing Vocals Gesang macht sie das zu einer sehr vielseitigen Musikerin, die den Sound der Sallys perfekt abrundet.

Als sie in Irland lebte, lernte sie den Setdance kennen und lieben. Sie kann beim Publikum ad hoc die ersten Schritte zum Tanzen anleiten bis hin zu ganzen Choreografien, wenn gewünscht.

Für Daniela ist es außerdem sehr wichtig, anderen Menschen ihre Liebe zu traditionellen irischen Tunes weiterzugeben und für Nachwuchs zu sorgen. Zu diesem Zweck gründete sie vor über 10 Jahren die Learner Session in Hamburg, die inzwischen zu einer Institution geworden und aus der Folkszene Hamburgs nicht mehr wegzudenken ist. Darüberhinaus gibt sie deutschlandweit Workshops für irische Fiddle.

Michael Lempelius‘ ältere Geschwister hat es Anfang der 1970er in die ersten Dubliners-Konzerte in Norddeutschland gezogen – und der kleine Bruder musste mit! Seither ist Michael diesen Folk-Virus nicht mehr los geworden (er hat es aber auch nicht versucht!). Durch sein damaliges Idol Luke Kelly inspiriert, erlernte Michael ab 1976 mit 13 das 5-String-Banjo, wenig später durch Mitschülerinnen Gitarre. Es folgten das autodidaktische Erlernen von Mandoline und Flöten, selbst Ausflüge an Klavier, Geige und Bass wurden gesichtet…

Anfang der 1980er wurde Michael auf die irische Formation Planxty aufmerksam. Da musste eine Bouzouki her! Seitdem ist die Irische Bouzouki sein Hauptinstrument.

In den 1980-90ern spielte Michael in der Kieler Band Black Bush, mit zahlreichen Auftritten im norddeutschen Raum und zwei CD-Produktionen.

1999 zog Michael der Liebe wegen nach London. Dort wurde er dreifacher Vater und etablierte sich sehr schnell als gefragter Bouzoukispieler in den zahlreichen irischen Sessions. Über Jahre gehörte Michael neben den noch sehr jungen Sam Proctor (Fiddle), Damien Mullane (Knopfakkordeon), Matt & Dan Griffin (Banjo, Gitarre, Bodhran), Tad Sargent (Bodhran) zum professionellen Kern mehrerer wöchentlichen Irish-Trad-Sessions in Londoner Pubs. Sie alle haben sich inzwischen solo oder in verschiedenen Formationen einen respektablen internationalen Ruf erspielt. In den frühen 2000ern spielte Michael über mehrere Jahre mit dem bekannten Mundharmonikaspieler Brendan Power im Duo, außer in England auch Tourneen in Deutschland, Frankreich und Italien.

Seit 2007 lebt Michael wieder in Norddeutschland. 2009 wurde er als neuer „dritter Mann“ in die Gruppe Liederjan berufen. Mit Liederjan tourte Michael bis 2015 durch das gesamte Bundesgebiet, ein Höhepunkt war 2012 die Einladung zum renommierten „Celtic Connections“-Festival nach Glasgow. Mit Liederjan (und deren Ableger Liedertach = Liederjan und Iontach als Sextett) spielte er fünf CDs ein.

Seit 2016 konzentriert sich Michael musikalisch wieder auf „heimische“ Gefilde.

Neben den Starboard Sallys, wo er Gitarre und Bouzouki spielt und singt, spielt er im Duo TWEii, The Dogs und seit 2019 Morgens, Mittags, Abends.